John Dew inszeniert am Staatstheater Darmstadt die beiden ersten Musiktheater von Wolfgang Amadeus Mozart.
Früh übt sich, das ist so eine Binsenweisheit, die manchmal aufs Erstaunlichste belegt wird. Etwa bei Wunderkindern, so auch bei dem Prototyp dieser Spezies, Wolfgang Amadeus Mozart. Während seine Altersgenossen noch recht unbekümmert ihre Kindheit genossen, schrieb er Musik und wurde von seinem Vater stolz an europäischen Adelshöfen herumgezeigt. Bereits als Elfjähriger befasste er sich mit einer der schwierigsten musikalischen Gattungen, der Oper. Am Staatstheater Darmstadt wurden nun seine ersten Musiktheaterwerke aufgeführt. Dabei handelte es sich um Inszenierungen, die Intendant John Dew bereits für die Salzburger Festspiele eingerichtet hatte.
„Apollo et Hyacinthus“ ist ein „lateinisches Intermedium“, das sich um den Gott Apoll dreht. Der Gott möchte die Sterbliche Melia heiraten, doch als sie erfährt, dass der ihren Bruder Hyacinthus getötet haben soll, wendet sie sich von ihm ab. Später kommt heraus, dass der wahre Schuldige ein Neider des Hyacinthus ist, Apoll verwandelt den Ermordeten in eine Blume und wirbt erneut um Melia. John Dew hat für seine Inszenierung den Griff in die Historie gewählt. Die Personen werden zu Marionetten mit einem übersichtlichen Repertoire an stilisierten und pointierten Bühnen-Gesten. José-Manuel Vázquez hat sie dazu in prächtige Rokoko-Kostüme gesteckt und Heinz Balthes liefert ein üppig gemaltes Bühnenbild.
Die faszinierende Wirkung entsteht durch den unverstellten Blickwinkel, den Dew anbietet. Denn bei seiner Inszenierung handelt es sich nicht um den Versuch, eine mögliche Aufführung aus dem 18. Jahrhundert zu kopieren. Er liefert lediglich das Angebot einer Zeitreise, die ihm gemeinsam mit dem ausgezeichnet mitspielenden Ensemble gelingt. Aki Hashimoto erreicht als Melia fantastische Höhen und bietet mühelose Koloraturen, schlank und zugleich volltönend lässt sich Maximilian Kiener als König Oebalus, Hyacinthus’ Vater vernehmen.
Für den zweiten Teil des Abends hatte Dew Mozarts Beitrag zu dem geistlichen Singspiel „Die Schuldigkeit des Ersten Gebots“ ausgewählt. Die beiden anderen Teile stammen von Michael Haydn und Anton Adlgasser und sind nicht erhalten. Hier wird es erstaunlich rasant, denn die Inszenierung macht sich augenzwinkernd über den Moralisten, den „Christgeist“ lustig, der auf linkische Art versucht, einen Menschen auf dem rechten Pfad zu halten, auch wenn ihn der „Weltgeist“ mit allerlei Verlockungen davon abbringen möchte. Weil die beiden Werke auf den ersten Blick nicht zueinander zu passen scheinen, wird der Bruch umso unmittelbarer erlebt. Das verbindende Element ist die beeindruckend ausgereifte Musik eines Elfjährigen. Das Orchester des Staatstheaters kann unter der Leitung von Martin Lukas Meister die Atmosphäre der verschiedenen Momente vortrefflich ausloten und wiedergeben.
Veröffentlicht u.a. in der Frankfurter Neuen Presse
Mittwoch, 7. November 2007
Orchester der Großregion Luxemburg in Mainz
Musik kümmert sich nicht um Grenzen. Das beweist auch das Orchester der „Großregion“ Luxemburg. Das europäische Konstrukt besteht aus der belgischen Region Wallonien, dem französischen Lothringen, dem Großherzogtum Luxemburg, sowie den deutschen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland. Und das Projekt, so bürokratisch der Titel „Kooperation für Musik in der Großregion“ auch klingt, ist ausgesprochen erfolgreich. Bereits zum dritten Mal haben sich nun junge Musiker auf dem Weg ins Profidasein zusammen gefunden, um ein anspruchsvolles Orchesterprogramm auf die Beine zu stellen. Nach einer intensiven Probenphase standen Konzerte in den Metropolen der beteiligten Gebiete an.
In Mainz ist die Hochschule für Musik Rheinland-Pfalz seit Anfang an der Kooperationspartner des Projekts. Ein Hornist, ein Trompeter, eine Geigerin, ein Bratschist, zwei Cellistinnen und ein Kontrabassist aus den Mainzer Klassen waren mit dabei und hatten bereits mit ihren Kolleginnen und Kollegen erfolgreiche Konzerte in Nancy, Liège und Völklingen absolviert.
Im Mittelpunkt des Konzerts in der Phönix-Halle stand nun das Cellokonzert e-Moll von Edward Elgar. Als Solistin trat die Pergamenschikow-Schülerin Francoise Groben an. Die junge Musikerin, die bereits auf zahlreichen Erfahrungen mit renommierten Orchestern und Kammermusikpartnern zurückblickt, stieg mit viel Emotion in die ersten Takte ein. Sie verfügt über einen sanften, gleichzeitig voluminösen Klang, den sie klar zu differenzieren weiß. Ihr gelang es, dauerhaft atemlose Spannung herzustellen, um dann gleich darauf wieder äußerst temperamentvoll aufzutreten.
In den Orchesterstücken, Elgars Froissart-Ouvertüre und der 1. Sinfonie c-Moll von Johannes Brahms überraschte das Orchester mit einem ausgewogenen Klangbild. Ein weicher Streicherapparat lotete die dynamischen Grenzen fließend aus, dazu kamen kraftvoll wie präzise musizierende Blechbläser und fein abgestimmtes Holz. Erstaunlich, wie es dem Dirigenten Elgar Howarth in kürzester Zeit gelungen ist, aus den unterschiedlichen Musikern, die sich größtenteils vorher nicht kannten, eine weitestgehend harmonisch musizierende Gemeinschaft zu formen.
Veröffentlicht in der Allgemeinen Zeitung Mainz
In Mainz ist die Hochschule für Musik Rheinland-Pfalz seit Anfang an der Kooperationspartner des Projekts. Ein Hornist, ein Trompeter, eine Geigerin, ein Bratschist, zwei Cellistinnen und ein Kontrabassist aus den Mainzer Klassen waren mit dabei und hatten bereits mit ihren Kolleginnen und Kollegen erfolgreiche Konzerte in Nancy, Liège und Völklingen absolviert.
Im Mittelpunkt des Konzerts in der Phönix-Halle stand nun das Cellokonzert e-Moll von Edward Elgar. Als Solistin trat die Pergamenschikow-Schülerin Francoise Groben an. Die junge Musikerin, die bereits auf zahlreichen Erfahrungen mit renommierten Orchestern und Kammermusikpartnern zurückblickt, stieg mit viel Emotion in die ersten Takte ein. Sie verfügt über einen sanften, gleichzeitig voluminösen Klang, den sie klar zu differenzieren weiß. Ihr gelang es, dauerhaft atemlose Spannung herzustellen, um dann gleich darauf wieder äußerst temperamentvoll aufzutreten.
In den Orchesterstücken, Elgars Froissart-Ouvertüre und der 1. Sinfonie c-Moll von Johannes Brahms überraschte das Orchester mit einem ausgewogenen Klangbild. Ein weicher Streicherapparat lotete die dynamischen Grenzen fließend aus, dazu kamen kraftvoll wie präzise musizierende Blechbläser und fein abgestimmtes Holz. Erstaunlich, wie es dem Dirigenten Elgar Howarth in kürzester Zeit gelungen ist, aus den unterschiedlichen Musikern, die sich größtenteils vorher nicht kannten, eine weitestgehend harmonisch musizierende Gemeinschaft zu formen.
Veröffentlicht in der Allgemeinen Zeitung Mainz
Sonntag, 4. November 2007
Felix Prader inszeniert „Die schöne Helena“ von Jacques Offenbach am Staatstheater Mainz
„Vielleicht muss man das heute so machen“, meint der ältere Herr im Fahrstuhl ein wenig resigniert zu seiner Begleiterin. Diese nickt nur müde. Beide scheinen bei aller Toleranz, um die sie sich bemühen, vor allem eines zu sein: traurig. Für sie ist es schade um einen Theaterabend, der amüsant hätte sein können und in ihren Augen doch vor allem zur Klamotte geriet. „Die Schöne Helena“, Jacques Offenbachs Opéra bouffe stand in Mainz auf dem Spielplan. Regisseur Felix Prader hatte bereits im Vorgespräch angekündigt, dass er keine historisierende Griechengeschichte erzählen will. Seine Vorstellung von Werktreue ist die zeitgemäße Veränderung. Denn schließlich gehe es heute ebenfalls darum, die Handelnden so zu zeigen, wie sie Offenbach gemeint habe: eben im Hier und Jetzt verankert.
Die schlimmsten Untiefen menschlichen Zusammenlebens hat Prader ausgekramt, um sie seinen Helden überzustülpen. Sie leben auf einem Campingplatz. Natürlich einem griechischen. Helena träumt einen eher bizarren Traum, vorher hat Kalchas, Großaugur des Zeus, die Spielregeln erklärt. In Praders Version ist er ein proletenhafter Platzwart. Ihm zur Seite steht ein ganzes Panoptikum an archetypischen Camper-Gestalten, so wie man sie, wenn man nicht selbst zu den Freilufturlaubern zählt, eigentlich nur aus den „Reportage“-Formaten der Privatsender her kennt (und nicht glauben mag, dass es sie in so großer Zahl gibt).
Hier also wird die Geschichte der schönen Helena verhandelt, die eigentlich dem etwas trotteligen Menelaos angetraut ist. Doch wie es nun mal so ist als Spielball der Götter, wird sie flugs dem Paris versprochen, weil er Venus zur schönsten Göttin gekürt hat. Der erobert die schöne Sterbliche kurzerhand, indem er ihr vorgaukelt, dass alles nur ein Traum sei – und in dem könne man ja mal versuchen… Zwischendurch wird ein Intelligenz-Wettbewerb ausgerichtet - schließlich ist der Pöbel nicht nur schön, sondern auch klug -, den Paris selbstverständlich gewinnt. Agamemmnon, hier in Gestalt eines Alleinunterhalter-Verschnitts, leitet die Show. Hinzu kommen krude Typen, die sonst Helden wären. Achill etwa im Gips, wegen der Achilles-Ferse.
Es ist vor allem dem Ensemble zu verdanken, dass die Fassung nicht ins Peinliche abrutscht. Denn allen auf der Bühne ist eine unbändige Spielfreude anzusehen. Ob sie sich eine „Augen-zu-und-durch“-Mentalität angeeignet haben, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall hat es etwas von der Unbekümmertheit derer, die nichts mehr zu verlieren haben. Und so funktioniert es dann auch. Vor allem Patricia Roach glänzt als rappender und Müllwagen-surfender Orest, der außer Partys nichts im Kopf hat. Sie kann auch stimmlich voll und ganz überzeugen. Ebenfalls perfekt besetzt ist Jürgen Rust in der Rolle des Menelaos. Rusts komisches Talent und sein schneidender Tenor werden hier gebraucht. Etwas zu dramatisch fallen Tamara Gallo als Helena und Sergio Blasquez als Paris aus. Der Chor hat viel zu tun und nimmt seine Rolle mit Elan an, ebenso wie das Orchester unter Leitung von Thomas Dorsch.
In verschiedenen Fassungen veröffentlicht, unter anderem in der Frankfurter Neuen Presse
Die schlimmsten Untiefen menschlichen Zusammenlebens hat Prader ausgekramt, um sie seinen Helden überzustülpen. Sie leben auf einem Campingplatz. Natürlich einem griechischen. Helena träumt einen eher bizarren Traum, vorher hat Kalchas, Großaugur des Zeus, die Spielregeln erklärt. In Praders Version ist er ein proletenhafter Platzwart. Ihm zur Seite steht ein ganzes Panoptikum an archetypischen Camper-Gestalten, so wie man sie, wenn man nicht selbst zu den Freilufturlaubern zählt, eigentlich nur aus den „Reportage“-Formaten der Privatsender her kennt (und nicht glauben mag, dass es sie in so großer Zahl gibt).
Hier also wird die Geschichte der schönen Helena verhandelt, die eigentlich dem etwas trotteligen Menelaos angetraut ist. Doch wie es nun mal so ist als Spielball der Götter, wird sie flugs dem Paris versprochen, weil er Venus zur schönsten Göttin gekürt hat. Der erobert die schöne Sterbliche kurzerhand, indem er ihr vorgaukelt, dass alles nur ein Traum sei – und in dem könne man ja mal versuchen… Zwischendurch wird ein Intelligenz-Wettbewerb ausgerichtet - schließlich ist der Pöbel nicht nur schön, sondern auch klug -, den Paris selbstverständlich gewinnt. Agamemmnon, hier in Gestalt eines Alleinunterhalter-Verschnitts, leitet die Show. Hinzu kommen krude Typen, die sonst Helden wären. Achill etwa im Gips, wegen der Achilles-Ferse.
Es ist vor allem dem Ensemble zu verdanken, dass die Fassung nicht ins Peinliche abrutscht. Denn allen auf der Bühne ist eine unbändige Spielfreude anzusehen. Ob sie sich eine „Augen-zu-und-durch“-Mentalität angeeignet haben, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall hat es etwas von der Unbekümmertheit derer, die nichts mehr zu verlieren haben. Und so funktioniert es dann auch. Vor allem Patricia Roach glänzt als rappender und Müllwagen-surfender Orest, der außer Partys nichts im Kopf hat. Sie kann auch stimmlich voll und ganz überzeugen. Ebenfalls perfekt besetzt ist Jürgen Rust in der Rolle des Menelaos. Rusts komisches Talent und sein schneidender Tenor werden hier gebraucht. Etwas zu dramatisch fallen Tamara Gallo als Helena und Sergio Blasquez als Paris aus. Der Chor hat viel zu tun und nimmt seine Rolle mit Elan an, ebenso wie das Orchester unter Leitung von Thomas Dorsch.
In verschiedenen Fassungen veröffentlicht, unter anderem in der Frankfurter Neuen Presse
Samstag, 27. Oktober 2007
Die Mainzer Gitarristin Anna Koch stellt ihr neues Programm ¡Ay, coracón! mit der Mezzosopranistin Barbara Ostertag vor
Mit ihrem Konzert am Samstag kehrt die junge Gitarristin Anna Koch an den Ort zurück, wo ihre musikalische Ausbildung begann. Hier, am Peter-Cornelius-Konservatorium war sie Jungstudentin bei ihrem Vater Michael Koch. Schon früh gewann sie bei internationalen Wettbewerben, trat im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt und bei der Expo Hannover auf. Später studierte sie bei Sonja Prunnbauer in Freiburg und als Erasmus-Stipendiatin bei Carlo Marchione in Maastricht. Seit April ist sie Studentin in der Gitarrenklasse von Johannes Monno in Stuttgart.
Gemeinsam mit der Freiburger Mezzosopranistin Barbara Ostertag hat sie nun ein Programm unter dem Titel ¡Ay, coracón! ausgearbeitet. Dahinter stecken spanische, französische und englische Komponisten, die fast alle aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen. „Die Lieder verbindet alle eins: sie basieren auf Volksweisen der jeweiligen Länder und wurden von den Komponisten aktuell bearbeitet“, gibt Anna Koch Einblick in das Programm. Sie spricht dabei von „viel Temperament und Melancholie“ bei den Spaniern, die Stücke aus Frankreich seien „sehr leicht und nobel“, die Briten hingegen wiesen „viel Humor und Ironie“ auf. Und natürlich gibt es auch einige Liebeslieder.
Anna Koch hat sich in ihrem Studium auf die klassische Gitarre spezialisiert, auch wenn es schon einmal einen Abstecher zur Barock-Gitarre gab. „Ich begleite unheimlich gern“, sagt sie und weist damit auf einen künstlerischen Schwerpunkt hin. „Man hat dabei eine schöne Rollen, kann unterstützen und selbst viel mit hineingeben“, findet sie. Auch die Arbeit mit den Texten interessiert sie dabei. Mittlerweile unterrichtet sie selbst an einer Musikschule und hat darüber hinaus private Schüler. Kürzlich hat sie bei den Aschaffenburger Gitarrenfestspielen debütiert und wird im kommenden Jahr nach Japan fahren.
Nach Abschluss des Studiums wird es sie jedoch zunächst in den Schuldienst verschlagen, denn sie hat Deutsch und Musik auf Lehramt studiert. Die Gitarre wird dann aber nicht in die Ecke gestellt. Am liebsten wäre es ihr, eine halbe Stelle an einem Gymnasium zu bekommen und die restliche Zeit der künstlerischen Arbeit widmen zu können.
Das Konzert findet am Samstag, 27. Oktober um 20 Uhr im Peter-Cornelius-Konservatorium statt.
Veröffentlicht in der Allgemeinen Zeitung Mainz
Gemeinsam mit der Freiburger Mezzosopranistin Barbara Ostertag hat sie nun ein Programm unter dem Titel ¡Ay, coracón! ausgearbeitet. Dahinter stecken spanische, französische und englische Komponisten, die fast alle aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen. „Die Lieder verbindet alle eins: sie basieren auf Volksweisen der jeweiligen Länder und wurden von den Komponisten aktuell bearbeitet“, gibt Anna Koch Einblick in das Programm. Sie spricht dabei von „viel Temperament und Melancholie“ bei den Spaniern, die Stücke aus Frankreich seien „sehr leicht und nobel“, die Briten hingegen wiesen „viel Humor und Ironie“ auf. Und natürlich gibt es auch einige Liebeslieder.
Anna Koch hat sich in ihrem Studium auf die klassische Gitarre spezialisiert, auch wenn es schon einmal einen Abstecher zur Barock-Gitarre gab. „Ich begleite unheimlich gern“, sagt sie und weist damit auf einen künstlerischen Schwerpunkt hin. „Man hat dabei eine schöne Rollen, kann unterstützen und selbst viel mit hineingeben“, findet sie. Auch die Arbeit mit den Texten interessiert sie dabei. Mittlerweile unterrichtet sie selbst an einer Musikschule und hat darüber hinaus private Schüler. Kürzlich hat sie bei den Aschaffenburger Gitarrenfestspielen debütiert und wird im kommenden Jahr nach Japan fahren.
Nach Abschluss des Studiums wird es sie jedoch zunächst in den Schuldienst verschlagen, denn sie hat Deutsch und Musik auf Lehramt studiert. Die Gitarre wird dann aber nicht in die Ecke gestellt. Am liebsten wäre es ihr, eine halbe Stelle an einem Gymnasium zu bekommen und die restliche Zeit der künstlerischen Arbeit widmen zu können.
Das Konzert findet am Samstag, 27. Oktober um 20 Uhr im Peter-Cornelius-Konservatorium statt.
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Donnerstag, 25. Oktober 2007
Mit dem Performance Art Depot bekommt die Kulturszene in Mainz eine neue Spielstätte
Geplant sind Produktionen und Präsentationen zeitgenössischer Kunst – ein Bereich, der in Mainz bisher nur am Rande die Möglichkeit hat, sich zu präsentieren. Schon am Wochenende vom 23. bis 25. November soll es einen ersten Einblick in die Möglichkeiten des „pad“ geben. Dafür können sich noch Künstler bewerben, die sich schon jetzt an der Belebung der neuen Spielstätte beteiligen wollen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, möglich sind Aufführungen jenseits des klassischen Literaturtheaters, Installationen, szenische Lesungen und andere alternative Inszenierungsformen und Kunst-Aktionen. Auch Video-Installationen und Filmvorführungen kann sich das Produktionsteam Schmitt und Schulz vorstellen.
Beide haben in Mainz Theaterwissenschaft studiert und sind in der Region keine unbeschriebenen Blätter. Peter Schulz leitete jahrelang den Theater-Ausschuss der Universität und ist in zahlreichen öffentlichen Kunstaktionen in und um Mainz hervorgetreten. Nic Schmitt hat ebenfalls einige Projekte hinter sich und war unter anderem an der Organisation des Rüsselsheimer Kultursommers beteiligt. Bei der Bischofsheimer „Gangart 2006“ stellten sie gemeinsam ihr Projekt „Spielstädte“ vor.
Durch ihre bisherige Arbeit haben sie es geschafft, erste Ausstattungs-Elemente zusammen zu tragen. Für Bühnenteile und Bestuhlung ist bereits für den Anfang gesorgt, wenn alles klappt, stehen noch ein Tanzboden und die immer wieder notwendigen schweren Molton-Tücher in Aussicht. Unterstützung ist aber noch an allen Ecken und Enden dringend notwendig. Bislang bestreiten die beiden engagierten Künstler alle Ausgaben aus eigener Tasche. Allein die Beheizung des riesigen Raumes würde monatlich über 1.000 Euro kosten. Noch ist ihnen der Vermieter bei der Kaltmiete deutlich entgegen gekommen, doch auch hier werden auf mittlere Sicht hohe Kosten anfallen.
Deshalb hoffen Schmitt und Schulz nicht nur auf rege Beteiligung der Mainzer Kunstszene, sondern auch auf Unterstützung durch Privatleute und Unternehmen. Es geht um konkrete Sachspenden, auch eine regelmäßige finanzielle Unterstützung wäre viel wert. Für das Mainzer Kulturleben jedenfalls, das zeigt sich bereits jetzt, wäre ein erfolgreiches „Performance Art Depot“ eine absolute Bereicherung. Und vielleicht sind ja auch noch ein paar öffentliche Gelder aufzutreiben.
- Kontakt zum Produktionsteam: schmittundschulz@pad-mainz.de
- Internetseite: www.pad-mainz.de
- Künstler können sich noch bis zum 31.10. mit Ideen für das Vorstellungswochenende im November bewerben
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